Ein Skulpturengarten, der Kunst und Natur miteinander verbindet – klingt das nicht nach dem ultimativen Ort, um zur Ruhe zu kommen?
Ganz von seiner Intuition und seinem Geschmack geleitet, schuf der Unternehmer und Kunstsammler Hugo Voeten (1940-2017) seinen Skulpturengarten in Geel. Die Sammlung besteht aus einer Mischung aus zeitgenössischer und moderner Kunst aus verschiedenen Teilen der Welt. Neben belgischen Werken von Ronald De Winter und Panamarenko finden Sie hier Skulpturen von Künstlern aus Bulgarien, Simbabwe, den Niederlanden und Deutschland. Diese Skulpturen stehen im Dialog mit der immergrünen Flora, die vom Gartenarchitekten Jacques Wirtz entworfen wurde.

Ein echter Blickfang ist das Werk „Dump Truck“ (2006) von Wim Delvoye. Der gotisch inspirierte Lastwagen steht auf der offenen Fläche des Gartens. In seinem typischen Stil entzieht Delvoye das Industriefahrzeug seinem Kontext und versetzt es in eine gotische Atmosphäre. Er interpretiert mittelalterliche Kunst aus einer zeitgenössischen Perspektive. Durch viele Aussparungen wird das Objekt auf seine Essenz reduziert und fungiert ausschließlich als Skulptur. Diese verschmilzt mit der flachen Umgebung aus Gras und entfernten Bäumen, was die Monumentalität des Objekts noch verstärkt.

Mitten im Park stoßen wir auf einen riesigen, leuchtend rosa Stier. Sein Bauch ist mit bunten Bällen gefüllt. Es handelt sich um das Werk „The Herd” des bulgarischen Künstlers Pavel Koichev. Das Werk lässt Raum für Interpretationen. Mit seiner typischen experimentellen Haltung spielt Koichev mit verschiedenen Formen und Materialien. Die rosa Farbe kontrastiert mit der grünen Natur und verleiht dem Ganzen eine verspielte Note.

Etwas weiter im Park stoßen wir auf Motherhood, ein Werk von Emil Popov. Im Mittelpunkt von Popovs Werk steht das Thema Fruchtbarkeit. In diesem ehemaligen Brunnen werden Mutterschaft und Leben verehrt. Die überhängenden Bäume verstärken diesen Effekt, indem sie das Kunstwerk sozusagen beschützen.

Auch der Garten ist ein Kunstwerk für sich. Der Garten- und Landschaftsarchitekt Jacques Wirtz huldigt hier dem„Evergreen“-Konzeptund verwendet ausschließlich immergrüne Pflanzen, sodass der Skulpturengarten zu jeder Jahreszeit seine Pracht bewahrt.
Während des Spaziergangs erkunden die Besucher verschiedene Parkbereiche, wobei der Architekt stets mit dem Gleichgewicht zwischen Kunst und Natur spielt. Im modernen Park dominiert die Natur, während im geometrischen Park grüne Hecken Gartenräume bilden, die die Kunstwerke zusätzlich hervorheben. Wirtz überrascht den Besucher immer wieder aufs Neue, wobei Harmonie und Ordnung den roten Faden bilden.




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Besuchen Sie den Skulpturengarten Hugo Voeten zwischen März und Oktober zu festen Zeiten und nach vorheriger Reservierung. Tickets sind über collectionhugovoeten.simplybook.it erhältlich.