Ein Fass Bier. Dafür half der Kranführer Hugo De Potter Ende der 1960er Jahre dabei, einen riesigen Mammutschädel aus einer Sandgrube in Dendermonde zu bergen. Heute vervollständigt dieser Schädel das ausgestopfte Mammut im Vleeshuismuseum in Dendermonde.
Das Mammut von Dendermonde ist nicht das einzige Exemplar des tierischen Kulturerbes in Flandern. Zahlreiche Museen und wissenschaftliche Einrichtungen verfügen über eine umfangreiche Sammlung tierischer Überreste, die sie ausstellen und erforschen. Diese Überreste müssen nicht einmal von ausgestorbenen Arten stammen. So präsentiert das AfricaMuseum beispielsweise einen ausgestopften Elefanten. In Bokrijk hingegen sind lebende Nutztiere Teil des musealen Ambientes.
Tiere haben auch in anderer Hinsicht einen kulturhistorischen Wert. Sie spielen eine entscheidende Rolle in zahlreichen immateriellen Traditionen: dem „Vinkenzetten“ in West- und Ostflandern, dem Hundeschwimmen in Sint-Baafs-Vijve, dem Pferderennen von Waregem Koerse … Auch wenn diese teilweise jahrhundertealten Traditionen immer häufiger eine angepasste, tierfreundlichere Form annehmen – oft nach Protesten von Tierschutzorganisationen. So ersetzt Geraardsbergen seit 2026 das Trinken lebender Fische während des Krakelingenfestes durch eine Alternative.
Viele Tierrassen hatten in der Vergangenheit eine große wirtschaftliche Bedeutung, heute ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Für viele Aufgaben setzen wir keine Tiere mehr ein oder greifen auf andere Rassen zurück. Dadurch droht das Aussterben einiger Tierrassen. Dies versuchen Kulturerbe-Organisationen zu verhindern.

So gab es um 1900 in Belgien nicht weniger als 150.000 Zugpferde, die Karren mit Milch und anderen Produkten transportierten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen motorisierte Fahrzeuge ihre Aufgabe. Heute erzählen Einrichtungen wie das Zentrum für Agrargeschichte die Geschichte dieser verschwundenen Zugtiere. Der gemeinnützige Verein „De Belgische Mastiff“ versucht, den ausgestorbenen belgischen Zughund wieder zu züchten.
Schließlich gibt es auch Tiere, die zum Erhalt des Kulturerbes beitragen. Rinder und Schafe weiden in Kulturlandschaften wie den Heidegebieten der Kempen, um deren historisches Erscheinungsbild wiederherzustellen oder zu bewahren. Abgerichtete Greifvögel befreien Kirchen und andere Denkmäler von Tauben, die überall kiloweise sauren Kot hinterlassen. Tiere können also ebenso gut Schäden am Kulturerbe anrichten. So fressen sich beispielsweise Holzwürmer durch einen Großteil des baulichen Kulturerbes.
Diese Geschichte wurde vom „Geheugen Collectief“ für das FAAM – Virtuelles Museum – erstellt.








