Wildschweine und Hirsche, die während der Jagd um ihr Leben kämpfen. Üppige Stillleben mit Fischfängen und Jagdtrophäen. Im 17. Jahrhundert rückten Maler wie Frans Snijders und Clara Peeters Tiere erstmals in den Mittelpunkt. Die Tiermalerei entwickelte sich zu einem eigenständigen Genre.

Jagdmotive und Tierstillleben von Frans Snijders und seinen Zeitgenossen findest du im Snijders & Rockox-Haus in Antwerpen.

Mensch und Tier leben schon seit Jahrtausenden zusammen. Im Laufe der Jahrhunderte hatten Tiere für uns unterschiedliche Bedeutungen: eine Nahrungsquelle, eine Gefahr, ein Haustier, an dem wir hängen … Da Tiere für den Menschen so wichtig sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie die Kunst in hohem Maße inspiriert haben. Doch bis ins 16. Jahrhundert spielten Tiere in unseren Regionen in der Kunst nur eine Nebenrolle. Man fand sie im Hintergrund von Gemälden, sie schmückten Gebäude oder tauchten in den Randbereichen von Büchern auf. Oft standen sie symbolisch für etwas Negatives.

Landschaft mit Tieren, Louis Robbe, 19. Jahrhundert – Museum ABBY, Kortrijk
Landschaft mit Tieren, Louis Robbe, 19. Jahrhundert – Museum ABBY, Kortrijk

Im 19. Jahrhundert erlebte die Tierkunst eine zweite Blütezeit. Bildhauer wie Josuë Dupon und Maler wie Louis Robbe stellten Tiere in der Natur und auf dem Land dar.

Das KMSKA in Antwerpen, das MSK Gent, ABBY in Kortrijk und die Königlichen Museen der Schönen Künste von Belgien in Brüssel haben zahlreiche Tierkunstwerke in ihren Sammlungen.

Diese Tierkunst war romantische Kunst. Sie war maßgeschneidert für die städtische Bürgerschaft, die vom Leben außerhalb der modernen Stadt fasziniert war.

Aber auch Tiere in der Stadt waren beliebt. So war Henriëtte Ronner-Knip beispielsweise für ihre Gemälde von Hauskatzen bekannt.

Hamadryas-Pavian, Rembrand Bugatti, ca. 1910 – © Wikimedia Commons
Hamadryas-Pavian, Rembrand Bugatti, ca. 1910 – © Wikimedia Commons

Neben den flämischen Wiesen und Wäldern waren Zoos der Ort schlechthin, an dem sichTiermalerdes 19. Jahrhunderts wie Karel Verlat inspirieren ließen und nach dem Leben zeichneten. Das taten übrigens auch schon ihre Vorgänger aus dem 17. Jahrhundert. So nahm Jan Brueghel die Tiere aus der Brüsseler Privatsammlung der Erzherzöge Albrecht und Isabella zum Vorbild.

Im 20. Jahrhundert erlebte die Tiermalerei einen Einbruch. Künstler wie Alfred Ost – der gerne Zugpferde malte – hielten das Genre am Leben. Bis heute gibt es Künstler, die Tiere in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen.

So wurde Koen Van Mechelen mit seinem„Cosmopolitan Chicken Project“ weltberühmt. Das Ziel? Alle Hühnerrassen der Welt zu kreuzen, um das universelle Huhn zu züchten.

Aktuelle Tierkunst mit dem gewissen Etwas findest du bei Verbeke Foundation in Stekene.

Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.

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