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Spuren der Red Star Line in Antwerpen

Heute sind die Antwerpener Kais ein Ort der Entspannung, an dem man in der Sonne mit einem kühlen Getränk das ruhige Plätschern der Schelde genießen kann. Vor 100 Jahren war von Entspannung noch keine Rede. Damals war dies der Ort, an dem viele Familien voller Spannung auf einen Ozeandampfer warteten. Dieser sollte sie auf die andere Seite des Ozeans bringen, wo sie hofften, ein neues Leben aufzubauen. Viele Menschen flohen Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus Europa, das zu dieser Zeit von Überbevölkerung und politischen Unruhen heimgesucht wurde.

Mit der ErfgoedApp Reiseführer trete ich so viele Jahre später in die Fußstapfen dieser Migranten auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft und folge ihrem Weg vom Bahnhof bis zu den Kais.

Eine erste medizinische Untersuchung

Die Route beginnt am Bahnhof Antwerpen-Centraal. Wer am Bahnhof ankommt, muss sofort eine erste medizinische Untersuchung bestehen, um in die Stadt einreisen zu dürfen. Wenn Sie diesen ersten Test nicht bestehen, müssen Sie sofort wieder in den Zug steigen und zu Ihrem Abfahrtsbahnhof zurückfahren. Die Ärzte suchen vor allem nach ansteckenden Krankheiten und Ungeziefer wie Flöhen und Läusen. Aber auch die Untersuchungen selbst sind oft unhygienisch, da die Instrumente und Kleidung der Ärzte selten gewaschen werden. Von dem medizinischen Zentrum hinter dem Bahnhof ist heute nichts mehr zu sehen.

Die Rückseite des Hauptbahnhofs von Antwerpen, wo zwischen 1908 und 1914 Ärzte die ankommenden Migranten auf Krankheiten untersuchten. ©Kasper Vanderzeypen

Teure Hotels und Vermieter

Nach einem Spaziergang durch das jüdische Viertel komme ich zum Century Hotel, wo die wohlhabenderen Reisenden untergebracht waren. Wer am 1. Dezember 1930 vor dem Hotel steht, kann dort beispielsweise Albert Einstein sehen, einen sehr zufriedenen Hotelgast. Auch er nutzt die Red Star Line, um mehrmals nach Amerika zu reisen, wo er sich schließlich niederlassen wird. Die De Keyserlei ist zu dieser Zeit der Ort, an dem viele Agenten der Red Star Line ihre Büros haben, aber auch viele Restaurants und Luxusgeschäfte angesiedelt sind, die einen tiefen Eindruck auf die Auswanderer hinterlassen. Viele von ihnen landen jedoch in armseligen Unterkünften in den umliegenden Straßen. Denn es gibt viele Vermieter, die von der schwierigen Situation der Migranten profitieren.

Das Century Hotel an der De Keyserlei, das heute noch existiert. ©Kasper Vanderzeypen

Die Scheldekaaien: das Herzstück des alten Hafens

Nach einem Spaziergang durch die Stadt komme ich an den Scheldekaaien an. Heute legen hier keine großen Schiffe mehr an, aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts muss der Anblick hier beeindruckend gewesen sein. Über die ErfgoedApp höre ich ErfgoedApp Geschichte von Julia Schwalbe, die in der Nähe der Antwerpener Kaien aufgewachsen ist. Nach dem Ersten Weltkrieg lernt sie Clay, einen amerikanischen Soldaten, kennen und verliebt sich in ihn. Nach einer zweijährigen Romanze wird Clay 1921 in die USA zurückgerufen. Einige Monate später beschließt die schwangere Julia, ihm zu folgen, aber schwangere unverheiratete Frauen dürfen nicht einfach so in die USA einreisen. Clay schafft es schließlich, sie durch die strengen Kontrollen zu bringen, woraufhin sie heiraten.

Der Kai am Steenplein, vor 100 Jahren ein belebter Ort. ©Kasper Vanderzeypen

Die Reise in die neue Welt

In den Hangars am Wasser warten die Menschen gespannt auf die Reise ihres Lebens, während sie sich einer letzten medizinischen Untersuchung vor der Abreise unterziehen. Die medizinische Untersuchung bei der Ankunft in den USA ist besonders streng, nur vollkommen gesunde Menschen werden zugelassen. Auch Kanada ist ein bekanntes Ziel für Auswanderer. Die App erzählt beispielsweise von der Canadian Pacific, die Migranten nach Kanada bringt. Vor allem Quebec ist ein beliebtes Ziel. Die Schiffe der Canadian Pacific legen am Orteliuskaai ab, wo früher Lagerhallen standen, die größtenteils erhalten geblieben sind.

Die Lagerhallen am Orteliuskaai, die die Stadt Antwerpen restaurieren lassen möchte. ©Kasper Vanderzeypen

Der Spaziergang endet am Red Star Line Museum, das einen Besuch mehr als wert ist.

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Spaziergang: Spuren der Red Star Line in der Stadt
Antwerpen und die Red Star Line sind untrennbar miteinander verbunden. Millionen von Auswanderern sind in Antwerpen angekommen und wieder abgereist. Da