Glücksspiele gibt es seit jeher und überall auf der Welt, doch die modernen Lotterien wurden bei uns erfunden. Die älteste bekannte Lotterie fand 1441 in Brügge statt.
Im 16. Jahrhundert konnte man bei Lotterien wunderschöne Gemälde und Skulpturen gewinnen. Auch Behörden organisierten Lotterien, um Geld zu sammeln: So versuchte man in Antwerpen, die St.-Jakobs-Kirche mithilfe einer Lotterie fertigzustellen.

Im Jahr 1934 gründete die belgische Regierung die Koloniallotterie. Ein Teil der Einnahmen floss stets in den Kongo. Die belgische Kolonie befand sich damals in einer schweren Wirtschaftskrise. Während des Zweiten Weltkriegs gingen die Einnahmen der „Loterij Winterhulp“ ausnahmsweise an bedürftige Belgier. Plakate mit dem Heiligen Martin, der seinen Mantel in zwei Hälften teilt, zierten damals das Straßenbild. Nach der Unabhängigkeit des Kongo wurde 1962 die Nationale Lotterie gegründet. Das heutige Lotto gibt es seit 1978. Seitdem sind viele neue Lotteriespiele hinzugekommen. Denn wer wagt nicht gerne ein Glücksspiel?

Kritiker bezeichnen die Lotterie als „Steuer auf Dummheit“. Glücksspiel macht in der Tat süchtig und hat schon vielen Menschen Probleme bereitet. Aber die Nationale Lotterie unterstützt auch zahlreiche wohltätige, sportliche und kulturelle Projekte. Seit 1992 hat die Nationale Lotterie zudem eine eigene Kunstsammlung zum Thema Glücksspiel aufgebaut. Einen Teil dieses Schatzes kann man online besichtigen.
Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.







