Die Kirche „Onze-Lieve-Vrouw-ter-Duinen“ im Ostender Stadtteil Mariakerke geht auf das 11. Jahrhundert zurück. Im 19. und 20. Jahrhundert zog die malerische Fischerkirche inmitten der Dünenlandschaft die Aufmerksamkeit zahlreicher Künstler auf sich. Sie verewigten die Kirche und ihre Umgebung auf der Leinwand.
Der Ostender Maler James Ensor ist sogar auf dem Friedhof dort begraben.
Die Kirche ist zudem seit Jahrhunderten eng mit der Fischerei verbunden. Sie stand jahrhundertelang inmitten einer echten Fischergemeinde. Noch immer steht ein altes Fischerhäuschen in der Nähe des Kirchengebäudes, und im Inneren der Kirche findet man einen Altar mit einer wunderschönen Holzstatue der Maria aus dem 17. Jahrhundert. Diese ist umgeben von Fotos von Fischereifahrzeugen und Dankesbekundungen von Fischern.

Unter dem Namen Stella Maris – Stern des Meeres – ist Maria bereits seit dem Mittelalter die Schutzpatronin der Fischer. Das Fischen war ein gefährlicher Beruf, bei dem regelmäßig Männer ertranken oder Schiffe untergingen. Jeder Schutz war willkommen. Einer Volkserzählung zufolge wurde diese Kirche sogar von einem Fischer erbaut, der während eines Sturms Maria um Hilfe gebeten hatte und sicher nach Hause zurückgekehrt war.

Entlang der flämischen Küste findet man verschiedene kleine Kirchen und Kapellen, die Maria geweiht sind, oft unter dem Namen „Onze-Lieve-Vrouw-ter-Duinen“. Aber auch andere Heilige wurden von den Fischern um einen guten Fang oder eine sichere Reise gebeten. So gab es zum Beispiel den Heiligen Idesbaldus, einen ehemaligen Abt der Abtei Ten Duinen in Koksijde. Die Garnelenfischer zu Pferd aus Oostduinkerke zogen wiederum zur örtlichen St.-Nikolaus-Kirche. Der heilige Nikolaus – Sinterklaas – ist schließlich auch ein Schutzpatron der Fischer. Die katholische Kirche hatte auch auf andere Weise eine enge Verbindung zur Fischerei. So waren viele Abteien und Klöster in den südlichen Niederlanden selbst in der Fischzucht tätig.
Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.





