„Der Löwe von Flandern“ oder „Die Schlacht der Goldenen Sporen“ist ein Roman von Hendrik Conscience. Das Buch erschien 1838.
Der Antwerpener Schriftsteller schöpfte aus historischen Quellen und Volkserzählungen, um eine fiktive Geschichte zu erzählen, die im frühen 14. Jahrhundert spielt.
Hintergrund bildet der historische Konflikt zwischen Gwijde van Dampierre, dem Grafen von Flandern, und dem französischen König Philipp dem Schönen. Die bekannteste Episode dieses Konflikts war die Schlacht bei Kortrijk oder die Schlacht der Goldenen Sporen – wie sie seit Conscience genannt wird.

Gwijdes Sohn Robrecht von Béthune (der „Löwe“ aus dem Titel), seine Enkelin Machteld und die Brügger Handwerker Pieter de Coninck (ein Weber) und Jan Breydel (ein Metzger) sind einige der Hauptfiguren des Buches. Der Roman war äußerst erfolgreich und einflussreich. Flandern verdankt ihm heute seinen Feiertag, seine Flagge und seine Hymne. Aber das Buch hat auch bis heute unsere Sicht auf die Schlacht der Goldenen Sporen geprägt.

Dass Conscience seinen Roman auf Niederländisch schrieb, war eine Ausnahme.
Belgien war gerade erst unabhängig geworden, und das Französische dominierte die Gesellschaft. Conscience wandte sich in seinen Büchern ausdrücklich an alle niederländischsprachigen Belgier, nicht nur an die Bewohner der alten Grafschaft Flandern. Damit trug er zur Entstehung der flämischen Nation bei.

Im Gefolge von Conscience entstand die moderne flämische Literatur, und es entwickelte sich eine flämische Bewegung. Diese setzte sich für die niederländische Sprache und für die flämische, niederländischsprachige Kultur ein. Das bedeutete jedoch nicht, dass Conscience und seine Kollegen gegen Belgien waren. Erst im 20. Jahrhundert strebten Teile der flämischen Bewegung auch nach politischer Emanzipation der flämischen Region – und sogar nach Unabhängigkeit.
„Der Löwe von Flandern“wurde unzählige Male für Theater und Film adaptiert, zuletzt 1984 vom Schriftsteller und Regisseur Hugo Claus.
Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.









