Hast du jemals davon geträumt, Müller zu werden? In Flandern kannst du noch immer eine entsprechende Ausbildung absolvieren! Oder du kannst eine noch in Betrieb befindliche Mühle besuchen. Davon gibt es Dutzende. Zum Beispiel die Liermühle in Grimbergen. Das ist eine Getreide-Wassermühle am Maalbeek aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Im Mittelalter stand dort eine noch ältere Mühle, die der Familie de Lire gehörte – daher auch ihr Name. Im Jahr 1341 erwarb die Abtei von Grimbergen sie.

Erfahren Sie mehr über die Liermühle, die zum MOT (Museum für ältere Techniken) in Grimbergen gehört.
Die Reppelmühle am Abeek in Reppel – © Wikimedia Commons, Foto: Frieda Schlusmans
Die Reppelmühle am Abeek in Reppel – © Wikimedia Commons, Foto: Frieda Schlusmans

Der wundersame Weg des Brotes

Seit etwa 10.000 Jahren essen Menschen Brot. Um Brot zu backen, braucht man gemahlenes Getreide, und um Getreide zu mahlen, braucht man Kraft. Diese kann durch die Muskelkraft von Menschen oder Tieren erzeugt werden, noch besser jedoch durch Wind oder Wasser. Die bekannten Mühlen mit Flügeln stammen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und stellten eine wichtige technologische Neuerung dar. Viel älter ist die Wassermühle, bei der die Kraft des fließenden Wassers ein Rad antreibt. Wasserräder waren bereits in der Antike bekannt, bei den Mesopotamiern und später bei den Griechen und Römern. Zunächst war das Rad horizontal angeordnet, doch schon bald stellte sich heraus, dass eine vertikale Anordnung wesentlich effizienter war.

In Geraardsbergen wurde eine alte Wassermühle zum Museum „’t Aloam“umgebaut.

Die Präsenz von Windmühlen in der flämischen Landschaft

Die vermutlich ältesten Wassermühlen der Niederlande stammen aus dem 8. Jahrhundert. Um 1846 gab es in Belgien nicht weniger als 2739 davon (und 2634 Windmühlen). In Flandern kamen etwa fünf pro Quadratkilometer zusammen. Diese Zahl ging aufgrund der fortschreitenden Mechanisierung stetig zurück. Um 1930 war die wirtschaftliche Rolle des Müllers endgültig vorbei.

In Sint-Amands findest du das Mühlenmuseum. In Wachtebeke gibt es das Mola-Mühlenzentrum.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Müller ein unverzichtbarer Bestandteil des ländlichen Lebens. Er wurde teilweise in Naturalien bezahlt – also mit Mehl. Es war harte und manchmal gefährliche Arbeit. Nicht nur die Mühle, sondern auch der Müller selbst war eine ikonische Figur. Mühlen und Müller spielen daher in zahlreichen Volkserzählungen eine Rolle. Das Müllerhandwerk wurde 2020 als immaterielles flämisches Kulturerbe anerkannt.

Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.

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