Einfach nur ein Huhn? Das „Kempens Kieken“ ist nicht einfach nur ein Huhn, sondern ein saftiges Stück flämisches Kulturerbe mit einer jahrtausendealten Geschichte.
Die Geschichte des Kempener Huhns beginnt in Asien, etwa 3000 v. Chr.
Damals begannen die Menschen erstmals, Hühner zu halten, unter anderem wegen ihres Fleisches und ihrer Eier. Durch den Menschen verbreitete sich das Huhn über die ganze Welt. Es entstanden lokale Rassen, die an neue Lebensräume angepasst waren. Neben der natürlichen Selektion trug auch der Mensch seinen Teil dazu bei. Denn die Landwirte züchteten vor allem jene Hühner, die für den Menschen nützliche Eigenschaften aufwiesen.
So entstand auch die Kempener Hühnerrasse, da die Bauern aus der Kempenregion immer wieder die besten Legehennen auswählten. Da sich die Hühner von dem ernährten, was ein Bauernhof in der Kempenregion und seine Umgebung an Futter bot, waren sie auch gut an ihre Lebensumgebung angepasst. Die Rasse soll jahrhundertealt sein. So erkennen manche Menschen das Kempens Kieken auf den Gemälden von Pieter Brueghel dem Älteren aus dem 16. Jahrhundert.

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Hühnerrassen rapide an. Landwirte und Züchter kreuzten lokale Rassen mit ausländischen, um das perfekte Lege- oder Fleischhuhn zu züchten. So entstand in den 1850er Jahren die berühmte Mechelner Kuckuckshuhnrasse durch die Kreuzung lokaler Hühnerrassen mit amerikanisch-asiatischen Brahma-Hühnern aus dem Antwerpener Zoo.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Hühnereier und Hühnerfleisch zu Massenprodukten. Die Hühnerzucht wurde industrialisiert. Das Kempener Huhn und der Mechelner Kuckuck mussten Legehennen und Masthühnern mit noch höherer Ertragsrate weichen. Das Kempener Huhn starb aus, der Mechelner Kuckuck ist heute vom Aussterben bedroht.

Beide Arten gelten heute als lebendiges Kulturerbe, da sie als typisch für das traditionelle Leben in Flandern gelten. Aus diesem Grund bemühen sich Organisationen wie „Kempens Hoen“, diese Arten zu erhalten und ihnen sogar neues Leben einzuhauchen.
Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.



