Alle helfen bei dem Brand in der St.-Paulus-Kirche

Die Angst vor Naturkatastrophen ist nicht unbegründet. Sie wurde durch einige große Katastrophen verstärkt, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

Dabei handelte es sich vor allem um Hochwasserkatastrophen. So gab es beispielsweise die Sturmflut von 1134, die dazu führte, dass das heutige Zeeland in den Niederlanden zu einem Archipel wurde, aber auch das Zwin entstehen ließ. Im Jahr 1404 kam es zur Ersten St.-Elisabeth-Flut, die in Ostflandern zu schweren Überschwemmungen führte und zahlreiche Todesopfer forderte. Auch Viren traten häufig auf. Im September 1529 starben allein in Antwerpen 400 Menschen an der „Schweißkrankheit“, einem hartnäckigen Virus, das im Sommer auftrat und im Winter wieder verschwand.

Die St.-Paulus-Kirche am Veemarkt in Antwerpen wurde sogar mehrmals von Bränden heimgesucht. Im Jahr 1679 schlug der Blitz in den Kirchturm ein. Das Dach des Mittelschiffs brannte vollständig nieder, und ein Teil der Westfassade stürzte ein. Auch die große Orgel wurde beschädigt. Die Kirche wurde jedoch wieder instand gesetzt. Der gotische Giebel wurde durch ein einfacheres Dach ersetzt. Im Jahr 1889 wurden Fenster, Dächer und ein Teil der Fassade durch eine Explosion in einer nahegelegenen Pulverfabrik zerstört. Die Fassade wurde entsprechend dem ursprünglichen gotischen Erscheinungsbild wieder aufgebaut.

Titelseite der Tageszeitung „De Stem“, 4. April 1968 – ZB-Zeitungsdatenbank Zeeland
Titelseite der Tageszeitung „De Stem“, 4. April 1968 – ZB-Zeitungsdatenbank Zeeland
Schau doch mal selbst, wie gut die St.-Paulus-Kirche all diese Brände überstanden hat.

In der Nacht vom 2. auf den 3. April 1968 zerstörte ein schwerer Brand das angrenzende Kloster und eine Schule. Das Feuer griff auf das Kirchendach und den Turm über. Ein Teil des Gewölbes stürzte ein, wodurch überall Funken flogen. 

Innenraum der St.-Paulus-Kirche mit dem Gemälde „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ – St.-Paulus-Kirche, Antwerpen
Innenraum der St.-Paulus-Kirche mit dem Gemälde „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ – St.-Paulus-Kirche, Antwerpen

Die Anwohner wurden durch den Lärm aufgeschreckt. Studenten, Cafébesucher und Prostituierte aus der Nachbarschaft halfen bei der Evakuierung von Skulpturen und Gemälden. Diese wurden aus den Rahmen geschnitten, aufgerollt und in Sicherheit gebracht. Viele Menschen riskierten ihr Leben, um die Kunstwerke aus der Kirche zu retten. Laut den Reportern von „De Nieuwe Gazet“ war es in der brennenden Kirche so heiß, dass das Bronze der Glocken tropfte. 

Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.