Das Heuvelland und die Region um Ypern wurden vom Ersten Weltkrieg schwer getroffen. Der englische Schriftsteller Siegfried Sassoon erlangte weltweite Bekanntheit durch sein Antikriegsgedicht„Memorial Tablet“– mit den denkwürdigen Versen „I died in Hell – (they called it Passchendaele)“. Viele Soldaten, die aus dem Krieg zurückkehrten, litten unter Shellshock oder Kriegsneurose, einer besonderen Form der posttraumatischen Belastungsstörung.

Weniger bekannt ist, dass das Heuvelland auch während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle spielte – jener Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, die von der Angst vor einem Atomkrieg geprägt war. Aus diesem Grund wurden an zahlreichen Orten in Westeuropa Bunker errichtet, die als Kommandozentrale dienen konnten. Die oberste Militärführung und Mitglieder der Regierung konnten dort im Falle eines Angriffs durch den Feind aus dem Osten – die kommunistische Sowjetunion und die befreundeten Länder des Warschauer Pakts – in Sicherheit gebracht werden.
In unserem Land wurde der strategische Bunker unter dem Kemmelberg errichtet. Von 1952 bis 1956 arbeiteten verschiedene Teams am Bau des unterirdischen Komplexes, ohne dass die Arbeiter oder die Anwohner wussten, was genau dort vor sich ging. Selbst nach dem Ende des Kalten Krieges, mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion Ende 1991, blieb der wahre Sachverhalt noch lange Zeit ein gut gehütetes Geheimnis. Erst zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden die Existenz und die Funktion des Bunkers zugegeben.

Der Bunker ist ein unterirdischer Komplex mit einer Fläche von über 2.000 m², der sich über zwei Stockwerke erstreckt. Er wurde bis Mitte der 1990er Jahre genutzt, vor allem bei NATO-Übungen mit Flugzeugen wie der Spitfire oder der Hawker Hurricane. Da das Kommandozentrum jedoch bereits kurz nach seiner Errichtung technisch veraltet war, wurde der Bunker nie für seinen eigentlichen Zweck genutzt, nämlich als Kommandoposten eines internationalen Luftabwehrsystems. Außerdem erwies sich der Komplex trotz der zwei Meter dicken Mauern und seiner Lage fünfzehn Meter unter der Erde als unzureichend widerstandsfähig gegen einen Angriff mit nuklearen, biologischen oder chemischen Waffen.
Der Bunker gehört seit 2017 zum War Heritage Institute, dessen Ziel es ist, die Erinnerung an alle Konflikte, an denen unser Land beteiligt war, lebendig zu halten.
Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.







