Jugendliche erwecken Kunst aus dem 15. Jahrhundert mit der ErfgoedApp zum Leben

Das Stadtfestival von Leuven steht in diesem Herbst ganz im Zeichen von Dieric Bouts: Überall in der Stadt wird dieser Maler aus dem 15. Jahrhundert in den Mittelpunkt gerückt. Unter dem Titel „New Horizons“ werden alle Initiativen gebündelt. Leuven bot jungen Künstlern und Organisationen die Möglichkeit, Bouts aus immer wieder neuen Perspektiven zu erkunden und so neue Kreative zu inspirieren. 

Auch die jungen Kuratoren von „Curating the Young“ erkunden neue Horizonte. Im Rahmen des Fringe-Parcours von „New Horizons“ haben sie rund um den Vaartkom in Leuven eine Open-Air-Ausstellung mit jungen Künstlern konzipiert und die ErfgoedApp genutzt, ErfgoedApp deren Kunstwerke zum Leben zu erwecken. Out & aBouts war geboren.

Wer steht hinter „Curating the Young“?

Curating the Young (CTY) ist ein Kollektiv junger Kurator*innen (im Alter von 16 bis 30 Jahren), das jedes Jahr verschiedene Projekte in unterschiedlichen Städten umsetzt. Unter der Leitung von AmuseeVous schaffen sie Raum für junge Künstler*innen und Kunstliebhaber*innen, denn die Vorstellung, dass junge Menschen sich nicht für Kunst und Kultur begeistern würden, ist ein großer Mythos. Mastiek unterstützt sie im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. In Leuven ist OPEK die Ausgangsbasis, daher lag die Wahl auf den Vaartkom nahe. Partizipation und lokale Zusammenarbeit stehen bei CTY im Mittelpunkt; so wurde auch Casco, eine Künstlerresidenz in Leuven, zu einer Station auf der Route. 

Das Team der ehrenamtlichen Kuratoren, die mit der ErfgoedApp haben © Noé Lagaert

Aber wie gestaltet man nun eine solche zeitgenössische Ausstellung als Hommage an einen alten flämischen Meister wie Dieric Bouts?

Felien Vandermotten (24), Kuratorin bei CTY: „Wir haben dieses Projekt damit begonnen, zu untersuchen, welche Aspekte oder Themen von Bouts’ Werk in einem zeitgenössischen Kontext interessant sein könnten. Als wichtige Ausgangspunkte nannten wir unter anderem seinen innovativen Umgang mit der Perspektive, die Darstellung von Gegenständen des Alltags sowie die zurückhaltenden, emotionalen Gesichtsausdrücke.“ 

Anschließend haben wir einen offenen Aufruf veröffentlicht und junge Künstler ausgewählt, wobei wir diese Themen im Hinterkopf hatten. Jungen Künstlern Chancen zu bieten und sie in ihrer Entwicklung zu fördern, liegt in der DNA von CTY. Es war uns sehr wichtig, dass sich in den für diese Ausstellung ausgewählten Werken der Bezug zu Bouts widerspiegelt. Wir haben fünf sehr unterschiedliche Werke für diese Ausstellung ausgewählt, und ich freue mich sehr, dass sich daraus zeigt, dass Bouts auch fünf Jahrhunderte nach seinem Tod seinen zeitgenössischen „Nachfolgern“ noch immer eine so vielfältige Inspiration bieten kann.“ 

Welche Erfahrungen habt ihr mit der ErfgoedApp gemacht?

Felien: „Wir erhielten die Gelegenheit, mit der ErfgoedApp arbeiten, um die Vermittlung dieser Freiluftausstellung an das Publikum zu erweitern. Einige von uns absolvierten bei FARO eine Schulung zur Nutzung der App. Dieses Wissen gaben wir in einer internen Fortbildung weiter, in der wir gemeinsam mit den Künstlern Ideen sammelten, wie wir die App für die Vermittlung ihrer Werke einsetzen wollten.“ 

Der Tag vor der Eröffnung einer Ausstellung ist immer ein wenig stressig. Die letzten Details werden noch geklärt, der Aufbau erhält den letzten Schliff. Deshalb waren wir sehr froh, dass FARO unsere ErfgoedApp schnell genehmigt hat, sodass die Besucher sie sofort nutzen konnten, indem sie die QR-Codes an den Werken scannten. 

Da alles gemeinsam mit den jungen Kuratoren und Künstlern gestaltet wurde, bietet die App zu jedem Kunstwerk ein anderes Erlebnis. Bei den Werken von Pina Geyskens zeigt die App beispielsweise unter anderem den Entstehungsprozess ihrer Siebdrucke und ein Gedicht von Pina, das dasselbe Thema wie das gezeigte Werk behandelt. 

Bei anderen Kunstwerken kannst du mithilfe der Scratch-Funktion die Inspiration des Künstlers erkennen oder es wird ein zweites Kunstwerk enthüllt. Das Plakat von Nel Maertens enthüllt dank der App ein Werk von Bouts aus dem 15. Jahrhundert; der Tisch des Letzten Abendmahls enthüllt so ein Letztes Abendmahl aus dem Jahr 2023, entworfen von Beppe Geerts. Bei den Flaggen von Ynne De Wever wurde die ErfgoedApp Audioguide genutzt. Man hört Interviews, in denen die Bewohner der angrenzenden Seniorenwohnungen erzählen, was dieses Objekt für sie „göttlich“ macht.“

Felien: „Die Nutzung der App macht die Ausstellung dynamischer, aber für alle, die sich noch mehr Interaktion wünschen oder den Rundgang nicht gerne alleine machen, bieten wir auch geführte Touren an. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Ausstellung gestaltet wurde und wie sie angenommen wurde. Es lohnt sich, neue Dinge wie die ErfgoedApp !“ 

„Out & aBouts“ wurde verlängert und läuft noch bis zum 9. Januar rund um den Leuvense Vaartkom.  

Möchten Sie mehr über CTY erfahren? Dann schauen Sie doch mal auf unserer Website vorbei: https://www.curatingtheyoung.be/

Die Route finden Sie noch bis zum 9. Januar 2024 unter: https://erfgoed.app/tour/2146