In Beringen findet man zwischen den typischen Backsteinhäusern eines Gartenviertels eine grüne Holzbaracke: Barak 15, eine Nachbildung einer Wohnbaracke aus dem ehemaligen Baltischen Lager in Beringen. Dort waren während des Zweiten Weltkriegs Kriegsgefangene untergebracht, die im Bergwerk arbeiten mussten. Heute ist Barak 15 ein Museum über die Zuwanderung in das Bergbaugebiet.
Die Geschichte der Limburger Bergwerke ist eng mit der regionalen Migrationsgeschichte verbunden.
Die Limburger Kohlebergwerke warben bereits kurz nach ihrer Inbetriebnahme ausländische Arbeitskräfte an. Vor allem Migranten aus Italien und Osteuropa fanden auf diese Weise ihren Weg in das Limburger Bergbaugebiet.
Auch während des Zweiten Weltkriegs mussten die Bergwerke weiterlaufen. Die deutschen Besatzer holten neue Gruppen ausländischer Arbeiter in die Limburger Bergwerke. So gelangten während des Krieges 1500 sogenannteOstarbeiterin die Bergwerke: Arbeitskräfte aus Polen und der Sowjetunion, die oft unter Zwang Kohle fördern mussten. Ab 1942 setzten die Deutschen auch 15.000 Kriegsgefangene der Roten Armee in den Bergwerken ein. Sie alle wurden in primitiven Barackenlagern wie dem Baltischen Lager in Beringen untergebracht.

Nach der Befreiung machten sie Platz für andere Zwangsarbeiter: deutsche Kriegsgefangene und wenig später auch belgische Kollaborateure. Anfang 1946 arbeiteten nicht weniger als 16.443 Deutsche in den Limburger Bergwerken. Diese Situation war natürlich nicht von Dauer. Der Krieg war vorbei, also mussten die Kriegsgefangenen freigelassen werden.


Von links nach rechts: Marokkanische Moschee in Winterslag – Sammlung PCCE und der Bergarbeitersohn und Sänger Rocco Granata – Wikimedia Commons, Foto: Michiel Hendryckx
Sie zu ersetzen war keine leichte Aufgabe. Die meisten Belgier lehnten die ungesunde und mitunter gefährliche Arbeit unter Tage nämlich ab. Um den drohenden Mangel an Bergleuten auszugleichen, wandten sich die Bergwerksbetreiber und die belgische Regierung erneut ins Ausland. Es folgten Vereinbarungen und Abkommen mit einer Reihe von Ländern im Mittelmeerraum, in denen die Arbeitslosigkeit hoch war. So kamen in mehreren Migrationswellen große Gruppen italienischer, spanischer, griechischer, türkischer und eine begrenzte Anzahl marokkanischer Gastarbeiter in die Limburger Bergwerke.
Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.





