In den letzten Jahrzehnten gewinnt Halloween auch in Flandern zunehmend an Beliebtheit. Ende Oktober sieht man immer häufiger ausgehöhlte Kürbisse mit Lichtern darin. Kinder ziehen verkleidet von Tür zu Tür, um Süßigkeiten zu sammeln.
In seiner heutigen Form hat Halloween seinen Ursprung in Amerika, ursprünglich handelt es sich jedoch um ein europäisches, katholisches Fest am Vorabend von Allerheiligen (1. November).
In der katholischen Tradition gibt es viele solcher „Bettelfeste“. Dazu gehören Allerheiligen, aber auch Neujahr oder der Dreikönigstag (6. Januar). Arme Menschen zogen damals von Tür zu Tür, um Essen oder Geld zu sammeln. Es ist kein Wunder, dass dies vor allem in den rauen Wintermonaten geschah. Allmählich verlagerte sich der Schwerpunkt auf ein Fest für Kinder.
Manche Betteltage waren mit dem Festtag eines Heiligen verbunden. Der 11. November, der Namenstag des Heiligen Martin, zum Beispiel. Martin lebte im 4. Jahrhundert und war Soldat in der römischen Armee. Der Legende nach begegnete er am Stadttor von Amiens (Frankreich) einem frierenden Bettler, dem er die Hälfte seines Mantels schenkte. Der Bettler entpuppte sich als Christus, woraufhin Martin zum Christentum konvertierte.
Das Singen zu Sankt Martin lässt sich mindestens bis ins 5. Jahrhundert zurückverfolgen.

Damals läutete das Fest auch den Advent ein, die Vorweihnachtszeit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte es sich, genau wie andere Bettelfeste, zu einem Kinderfest.
Jedes „Bedelfeest“ hat seine eigenen regionalen Bräuche, doch viele Traditionen folgen dem gleichen Muster: Kinder ziehen singend und manchmal verkleidet von Tür zu Tür, woraufhin sie mit Geld oder Süßigkeiten belohnt werden. In Mechelen verkleiden sich die Kinder beispielsweise als Sankt Martin und singen ein „Sinte-Mettelied“. Da die Feste in die dunklen Wintermonate fallen, tragen die Kinder oft Laternen mit sich. So basteln Kinder in der Region Westhoek zu Sankt Martin eine Laterne aus einer ausgehöhlten Rübe. Einige Bräuche haben sich im Laufe der Jahre zu Licht- und Laternenumzügen entwickelt.

Diese Geschichte wurde vom „Geheugen Collectief“ für das FAAM – Virtuelles Museum – erstellt.





