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Traditionen einer Industriestadt: die Pjeirefretters in Vilvoorde

Vilvoorde, Freitagmorgen, 10:07 Uhr. Wir steigen aus dem Zug und gehen die Stationlei entlang in Richtung Heldenplein. Nur eine Handvoll Menschen trotzen der frischen Morgenluft. Neben uns auf der Straße fahren nur wenige „Stahlrossen” vorbei. Unser erstes echtes „Ross” sollte eigentlich mitten auf dem Heldenplein stehen, aber letztendlich müssen wir uns mit einem Bild davon in der ErfgoedApp zufrieden geben. Die echte Statue wurde vorübergehend an einem anderen Ort untergebracht, bis der Platz neu gestaltet wird.

Präsentation des renovierten Heldenplein mit der bronzenen Pferdestatue von Rik Poot © De Werkvennootschap.

Wir spazieren weiter in Richtung Grote Markt mit der ErfgoedApp, die uns die Geschichte des Met erzählt. Das Met liegt im Herzen der Stadt und ist heute als gemütliche Brasserie bekannt, aber bis 1974 fand hier der Wochenmarkt statt und es wurde auch Pferdefleisch verkauft. Ob die Brasserie auch heute noch Produkte mit Pferdefleisch auf der Speisekarte hat, konnten wir nicht herausfinden. Wenig später halten wir beim Restaurant De Kuiper, das sich seit mehr als 150 Jahren auf Gerichte mit Pferdefleisch spezialisiert hat.

Warum Pferdefleisch?

Aufgrund seiner Lage in der Nähe von Brüssel gab es in Vilvoorde nicht viel Platz für die Haltung von Vieh wie Rindern oder Schafen. Pferde waren jedoch reichlich vorhanden: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts waren sie für die lokale Industrie von entscheidender Bedeutung. Die berühmten Brabanter Zugpferde wurden eingesetzt, um Lastkähne über die Senne und später über den Kanal Brüssel-Schelde zu ziehen. In der Drenkplaatsstraat erfahren wir, dass die Zugpferde in Vilvoorde, am Ufer der Senne, einen Ruhe- und Trinkplatz fanden. Die Pferde, die für die schwere Zugarbeit nicht mehr geeignet waren, dienten so notgedrungen auch als Nahrung für die Einwohner von Vilvoorde.

Alte Druckgrafik von Zugpferden bei der Arbeit am Kanal Brüssel-Schelde © VisitVilvoorde.

Nicht nur als Nahrung

Heute ist der Verzehr von Pferdefleisch in Vilvoorde eher eine Tradition als eine Notwendigkeit. Die Einwohner der Stadt sind stolz auf „ihr” Brabanter Zugpferd, was auch auf dem Jahrmarkt von Vilvoorde deutlich zu sehen ist. Der Höhepunkt sind die Auswahlwettbewerbe für Zugpferde und anderes Vieh. Von nah und fern kommen Menschen zum Rooseveltplein im Herzen der Stadt, um an diesem Spektakel teilzunehmen oder es zu genießen. Leider waren wir etwas zu früh dran, um die echten Pferde auf dem Platz vorbeiziehen zu sehen, aber schließlich konnten wir doch noch ein Exemplar aus Stein entdecken. Urteil der Jury: bestanden mit einem Daumen hoch!

Dieses Jahr findet der Jahrmarkt am 22. April 2024 statt, traditionsgemäß am dritten Montag nach Ostermontag.

Möchten Sie selbst einmal die Traditionen von Vilvoorde kennenlernen und mehr über die besondere Beziehung zwischen der Stadt und den Pferden erfahren? Dann sollten Sie sich unbedingt den Spaziergang Pjeirefretters in der ErfgoedApp besuchen Sie auch einmal Visit Vilvoorde – Stadt voller Vibes für noch mehr tolle Aktivitäten in dieser Stadt.