In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sammelten flämische Kinder das Silberpapier, in das Schokoladenriegel verpackt waren. Dieses brachten sie mit in die Schule, wo es gesammelt wurde, um Missionare im Kongo zu unterstützen.
Der eigentliche Zweck dieses Silberpapiers ist unklar. Wurde dieses Silberpapier in den Kongo verschifft, wo es für kongolesische Kinder einen geheimnisvollen Nutzen hatte? Der eigentliche Zweck dieses Silberpapiers ist unklar. Es soll an Aufkäufer verkauft worden sein. Diese recycelten das Zinn aus dem Papier. Der Erlös aus dem Verkauf floss in die Missionsarbeit. Von Fabriken, die Silberpapier einschmolzen, wurde jedoch nie eine Spur gefunden. Es wird auch gesagt, dass das Sammeln von Silberpapier eigentlich eine Sensibilisierungskampagne war. Durch das Sammeln von Silberpapier fühlten sich die Belgier mit der Kolonie verbunden. Auch das nickende schwarze Kind, in das Kinder eine Münze stecken konnten, trug dazu bei. Heute ist es vor allem ein Symbol für Rassismus.

Kinder, die das Silberpapier ihrer Süßigkeitenverpackungen aufbewahrten, leisteten damit einen kleinen Beitrag zur Wohltätigkeit. Das Sammeln war kein rein belgisches oder flämisches Phänomen. Auch in den Niederlanden geschah dies, sowohl für religiöse Missionsarbeit als auch für lokale wohltätige Zwecke wie Kinderkrankenhäuser, Ferienlager, die Ausbildung von Blindenführhunden und die Tuberkulosebekämpfung.

Trotz der positiven Erinnerungen, die viele Flamen an die Sammelaktionen haben, war diese Missionsarbeit vor allem ein Teil der Kolonialisierung des Kongo. Die Patres und Schwestern wirkten an der „Zivilisationsmission“ mit. Sie hielten die europäische Lebensweise für besser als die afrikanische.
Es gab bereits Missionsstationen, als der Kongo noch eine Privatkolonie von König Leopold II. war. Als 1908 der Belgische Kongo entstand, wurden die Missionsstationen erst richtig populär. Die Patres und Schwestern wollten der kongolesischen Bevölkerung das Christentum zwangsweise vermitteln. Außerdem gründeten sie Krankenhäuser. Bis in die 1950er Jahre wurden fast alle Schulen von Missionaren betrieben. Eine höhere Bildung wollten sie der kongolesischen Bevölkerung lieber nicht ermöglichen. So trugen die Missionswerke zur Ausbeutung und Unterdrückung in der belgischen Kolonie bei.
Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.











