Wer in Mechelen nach „Achter de Kazerne“ fragt, weiß sofort, ob er es mit einem Fan des KV Mechelen zu tun hat. Das Stadion des Fußballvereins ist für sie ein Ort voller Erinnerungen.
„Achter de Kazerne“ wurde 1911 eröffnet, sieben Jahre nach der Gründung des KV Mechelen. Damals noch unter dem Namen„Football Club Malinois“, denn wie die meisten Vereine wurde er von wohlhabenden Frankophonen geleitet.
Das Stadion erhielt seinen Namen, weil sich in der Nähe eine Militärkaserne befand.
Hinter der Kaserne erlebten die Fans von „Malinwa“ sowohl Höhepunkte als auch Tiefpunkte. Wie zum Beispiel die drei Meistertitel, die der Verein in den 1940er Jahren gewann. Oder die goldenen 1980er Jahre, mit einem weiteren Meistertitel und Siegen sowohl im Europapokal der Pokalsieger als auch im europäischen Supercup. Aber auch dramatische Episoden, wie die Insolvenz im Jahr 2003.
Der KV Mechelen ist ein schönes Beispiel für das reichhaltige Fußballerbe in Flandern. Es begann im Jahr 1863, als ein irischer Schüler des Gymnasiums von Melle einen Ball mit in die Schule brachte.

Nach 1880 entstanden die ersten Vereine in Großstädten wie Antwerpen und Brüssel, doch vor allem nach dem Ersten Weltkrieg erlebte der Sport einen Aufschwung. Die Goldmedaille der Roten Teufel bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen war die ideale Werbung. Sportzeitungen wie„Sportwereld“ berichtetenverstärktüberFußball, die Zahl der Vereine in Städten und Dörfern explodierte. Oft blieb es nicht bei einer Mannschaft, denn rivalisierende politische Gruppen gründeten jeweils ihre eigene Mannschaft. So war der KV Mechelen eine katholische Antwort auf den ebenfalls 1904 gegründeten, liberalen Racing Mechelen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Fußball immer beliebter und professioneller. In den 1970er- und 1980er-Jahren konnten belgische Vereine wie der Club Brügge in den europäischen Wettbewerben sogar regelmäßig Erfolge verbuchen. In jüngerer Zeit hat sich der Frauenfußball etabliert. Im Jahr 2003 bekam auch Mechelen eine Frauenmannschaft. Als allererste hatte diese sogar einen eigenen Fanclub, Gloria.
Diese Geschichte wurde vom Geheugen Collectief für das FAAM – Virtuelles Museum erstellt.





