Psychisches Wohlbefinden steht heutzutage ganz oben auf der Tagesordnung. Das war lange Zeit nicht der Fall; Menschen mit psychischen Problemen waren sehr oft auf die Hilfe ihrer Angehörigen angewiesen.
Es kursieren Horrorgeschichten über die Behandlung sogenannter „Geisteskranker“. Einer der berüchtigtsten Orte war das „Geeraard de Duivelsteen“ in Gent, eine Burg aus dem 13. Jahrhundert, die im 16. Jahrhundert zu einem „Irrenhaus“ für Geisteskranke umfunktioniert wurde. Dort befand sich auch ein Heim für männliche Waisenkinder. Ein weiterer Teil diente als Gefängnis, und der Unterschied in der Behandlung der dort Inhaftierten war oft nicht groß.
Die Situation für psychisch Kranke in Gent verbesserte sich langsam, aber sicher, als Petrus Jozef Triest (1760–1836) die Leitung sowohl des „Geeraard de Duivelsteen“ als auch des Hospizes Nr. 8 übernahm. Er holte den jungen Arzt Joseph Guislain (1797–1860) an Bord, einen fortschrittlichen Mediziner, der sich als einer der Pioniere der psychiatrischen Versorgung in Flandern erwies.

Guislain gelang es als erstem Arzt, Vorschriften darüber aufzustellen, wie man mit den Kranken auf menschenwürdige Weise umgehen sollte. Es wurde ein neues Gebäude errichtet, das eine bessere Versorgung ermöglichen sollte.
Die Dauerausstellung des Museums Dr. Guislain veranschaulicht auf anschauliche Weise, wie sich die Behandlung von Menschen mit Psychosen und anderen psychischen Erkrankungen im Laufe der Zeit entwickelt hat. Einige Zwangsmaßnahmen aus dem vergangenen Jahrhundert erscheinen aus heutiger Sicht barbarisch. Das Museum verfügt zudem über eine schöne Sammlung von Kunstwerken, die von Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen wurden.

Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.





