Ruhig in Sint-Martens-Latem

Sint-Martens-Latem ist ein malerisches Dorf. Es liegt an der sanft mäandernden Leie, dreizehn Kilometer von Gent entfernt.

Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich hier zahlreiche wohlhabende Einwohner von Gent eine Villa errichten. Die vielbeschäftigten Stadtbewohner genossen hier an den Wochenenden und in den Ferien die Ruhe inmitten der Natur.

Noch bevor die Villenbewohner hierherkamen, entdeckten einige Maler aus Gent dieses kleine Bauerndorf. Hier malten sie die Landschaft unter strahlendem Sonnenschein. Hier entwickelte sich eine besondere Variante des französischen Impressionismus, der sogenannte Luminismus. In unzähligen kleinen Pinselstrichen fingen sie die sommerliche Stimmung ein. Im Sonnenlicht begannen die Formen sozusagen zu funkeln.

Die Begonien (Der Gärtner), Jenny Montigny, 1913 – MSK, Gent – Wikimedia Commons, Foto: Paul Hermans
Die Begonien (Der Gärtner), Jenny Montigny, 1913 – MSK, Gent – Wikimedia Commons, Foto: Paul Hermans

Einige Künstler aus Gent beschlossen, sich in Sint-Martens-Latem niederzulassen. Sie wollten dem städtischen Trubel entfliehen und suchten ein einfaches Leben unter der lokalen Bevölkerung. Um den Dichter Karel Van de Woestijne und seinen Bruder Gustave, der Maler war, bildete sich eine kleine Künstlergemeinschaft. Zusammen mit dem Bildhauer George Minne erlebten sie die Natur und die Welt auf mystische Weise. Sie suchten nach einer tiefen Kraft hinter der alltäglichen Realität.

Das Städtische Gemeindemuseum Gevaert-Minne in Sint-Martens-Latem zeigt Werke der Latemer Schule.

Ab 1905 siedelte sich hier eine neue Generation von Malern an, angeführt von Gustaaf De Smet, Frits Van den Berghe und Constant Permeke. Bis in die 1970er Jahre brodelte das Dorf vor künstlerischem Leben. Heute ist Sint-Martens-Latem vor allem als Wohngemeinde mit großzügigen Villen im Grünen bekannt.

Festtag in Deurle, Gustave De Smet, ca. 1931 – MSK, Gent
Festtag in Deurle, Gustave De Smet, ca. 1931 – MSK, Gent
In Sint-Martens-Latem kannst du das Gemeindemuseum Gust De Smetbesuchen, das ehemalige Atelierhaus des Künstlers.
Bewundern Sie die Maler aus Latem im Museum für Bildende Künste in Gent.

Auch in der Nachbargemeinde Deurle lebten um 1900 kreative Köpfe. Der bekannte Autor Cyriel Buysse ließ sich hier nieder. Im Jahr 1922 ließ er die zerstörte Mühle auf dem Molenberg in kleinerer Ausführung wieder aufbauen. In der Nähe baute er ein Pfahlhaus, in das er sich zum Schreiben zurückzog. In seinem Roman„Zomerleven“verherrlichte er das ruhige Leben in Deurle.

Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.

Villa Ter Ide
Entlang der sich schlängelnden Leie in Ostflandern gibt es unzählige kleine, reizvolle Museen und faszinierende Kulturstätten. Die Villa ter Ide in Zulte ist eine solche St
Emile Claus, Rübenernte
Dem Entstehungsmythos von „Bietenoogst“ zufolge breitete der impressionistische Maler Emile Claus Ende des 19. Jahrhunderts eine riesige Leinwand auf den Feldern in der Nähe seiner Villa Zonneschijn aus, um ein Gemälde von erntenden Bauern zu schaffen. Anschließend soll er die Leinwand in einen Graben gesenkt haben, um am oberen Rand