In Geel ist die Heilige Dimpna allgegenwärtig. In der Kirche, im Gasthuismuseum, in den Namen von Krankenhäusern und Schulen sowie bei den Einwohnern, die ihre Häuser für die häusliche Pflege psychisch beeinträchtigter Menschen zur Verfügung stellen.
Dimpna war eine irische Prinzessin aus dem 7. Jahrhundert. Sie war die Tochter einer christlichen Mutter und eines heidnischen Vaters. Als ihre Mutter starb, verlor ihr Vater den Verstand. Er wollte Dimpna heiraten. Deshalb floh das Mädchen aus dem Land. Sie begab sich nach Antwerpen und floh anschließend in die Kempen. Dimpna ließ sich bei einer kleinen Gebetsstätte nieder, die dem Heiligen Martin geweiht war. Dort fand ihr Vater sie nach einigen Jahren wieder. Er hielt erneut um ihre Hand an. Als Dimpna sich weigerte, schlug er ihr den Kopf ab.
Nach ihrem Tod bemerkten die Einwohner der Kempen etwas Seltsames: Geisteskranke, die an ihrem Grab beteten, wurden gesund. Deshalb wurde Dimpna schon bald als Heilige verehrt. Die Kirche mit ihren Reliquien entwickelte sich zu einem Wallfahrtsort für Menschen mit psychischen Problemen. Daraus entstand eine einzigartige Tradition. Es gibt nicht nur ein psychiatrisches Pflegezentrum, sondern auch verschiedene Familien in Geel, die einen Patienten mit psychischen Problemen bei sich zu Hause aufnehmen. Dieses jahrhundertealte System der häuslichen Pflege schaffte es im Jahr 2023 sogar auf die Titelseite der New York Times.

Fünf flämische Meisterwerke
In der St.-Dimpna-Kirche findest du fünf flämische Meisterwerke. Das Highlight ist das Altarbild. Diese in Holz geschnitzte Bildergeschichte zeigt das Leben der Heiligen Dimpna. Ganz in der Nähe, im Gasthuismuseum, kannst du sehen, wie die Augustinerinnen jahrhundertelang Kranke aufnahmen und pflegten. Die Schwestern entwickelten ihre eigenen Medikamente, beispielsweise gegen die Pest, und bewahrten den silbernen Reliquienschrein von Dimpna auf.

Diese Geschichte wurde von OKV für FAAM – das virtuelle Museum – erstellt.



